Einführung
Sonnenuhren mit erdachsenparallelem Zeiger und geraden Studenlinien, wie wir
sie zum Beispiel von Hauswänden kennen, weichen im Laufe des Jahres bis zu 16 Minuten von der Mittleren oder 'Bürgerlichen' Uhrzeit,
welche unsere Uhren anzeigen, ab. Diese Abweichung wird als Zeitgleichung
bezeichnet. Der Grund für die Abweichung
liegt in der Neigung der Erdachse gegen die Ekliptik und der Elliptizität der
Erdbahn.
Schon im Jahre 1866 hatte General Oliver die Idee den Zeiger der Sonnenuhr in einer Weise zu formen, welche diese Abweichung mit Hilfe der täglich wechselden Deklination der Sonne korrigiert. Eine bekannte Ausführung dieser Idee ist die Berhard'sche Sonnenhr. Da die Sonne nun zweimal pro Jahr die gleiche Deklination aufweist, aber zu diesen Zeiten eine jeweils andere Zeitkorrektur erforderlich ist, muss der Zeiger dieser Uhr zweimal pro Jahr gewechselt werden, weshalb die Ausführungen dieser Uhr meist sehr klein gehalten sind.
Ausgangspunkt der hier beschriebenen neuartigen Sonnenuhr war die Idee, einen Doppelzeiger zu entwickeln, welcher kein Wechseln des Zeigers nötg macht und somit die volle Zeitgleichungskurve verkörpert. Da die Zeitgleichung eine eindeutige Funktion der Erdachsenneigung und der elliptischen Bewegung der Erde um die Sonne ist, verkörpert dieser Zeiger somit das erste und zweite Keplersche Gesetz.
Die Uhr zeigt auch des aktuellen Datums mit einer Genauigkeit von ±1 Tag mit Hilfe des Schattens den der Rand der Scheibe auf den Zeiger wirft.